Versteckte Haufen.

Es macht mir zunehmend Spaß, dir Holzwäscheklammern als kleinere oder größere Haufen auf der Leinwand zu befestigen und dann mit Gipsbinden zu bedecken.
Manchmal ist es dabei er gar nicht so einfach zu erkennen, dass die Gebirge aus Klammerhaufen bestehen, so z.B. bei der Arbeit „Mountainrange“:_20141006_160700 20141021_155413

Die Arbeit mit bedeckten Klammern erlaubt mir eine neue Plastizität. Neben der von mir zuletzt so geschätzten Methodik der 3-Sicht-Objekte (drei verschiedene Farberlebnisse in Abhängigkeit vom Betrachtungswinkel) bei den Objekten mit Gipsbinden wird so die Bandbreite noch größer.
Die erste Lackierung (frontal) ist in Mulden fast noch unverfälscht sichtbar, während sie sich sonst leicht durch den Farbstaub der nachfolgenden Lackierungen verändert. Dies geschieht besonders bei der abschließenden Bearbeitung mit transparentem Glanzlack.
Den Klarlack verwende ich gerne, denn er konserviert die Arbeiten und macht sie unempfindlich gegenüber Umwelteinflüssen wie z.B. Staub. Außerdem verstärkt er natürlich den Glanz der Farben bei Lichteinfall durch Sonnenlicht oder Strahlern.

Hier am Beispiel der „Vulkaninsel“:

20150106_150036

Un20150212_153728d hier zu sehen an der „insel im Strom“:

20150212_153655 - Kopie

Alle Arbeiten sind derzeit (noch bis zum 16. April) in der Ausstellung in der Galerie im Landratsamt Homburg, Am Forum 1, zu sehen.

 

 

 

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Teil der Struktur des Objektes.

In der Vergangenheit habe ich Klammern, wenn ich sie in Verbindung mit Gipsbinden einsetzte, häufig senkrecht verwendet, als „landmarks“ sozusagen. Hervorstechend durch ihre Plastizität. Mit Schattenwurf bei Lichteinfall.

Hier ein_20140902_15391020130709_151445-N_20140708_153814 paar Besipiele

 

Bei den letzten Arbeiten ging es mir nun darum, der Farbgebung je nach Betrachtungswinkel eine größere Bedeutung zu geben.
Damit meine ich, dass die Wirkung des Objektes verschieden ist, je nachdem, ob ich es von links oder rechts betrachte und dass auch die Wirkung frontal noch einmal eine andere ist.
Dies erreiche ich durch eine sehr starke Bearbeitung der Gipsbinden, wenn ich sie auf einer Leinwand befestige.. Ich forme Wellen und deutlich aufgestellte Ränder. Danach lackiere ich das gesamte Gipsbinden-Objekt mit der Farbe, von der ich möchte, dass sie bei frontaler Betrachtung in den Wellentälern zu sehen sein soll.

Der nächste Arbeitsschritt ist dann eine Lackierung mit einer anderen Farbe mit Hilfe von einem Lackspray von der linken Seite über das gesamte Objekt, so dass die Aufwölbungen auf der rechten Seite der Gipsbinden-Täler diese Farbe annehmen.
Und dann wiederhole ich den Arbeistschritt mit noch einer anderen Farbe von der rechten Seite.

Bei dieser speziellen Lackierung ist für mich die Wirkung der Gipsbinden ausschlaggebend, so dass ich die Klammern in die Gipsbinden einbette und dort als Verfremdungselement belasse, aber sie farblich nicht hervorhebe.

Ein Beispiel für eine Arbeit mit unterschiedlicher Farbwirkung ist hier zu sehen:
Sie trägt die Bezeichnung: „4 liegend mit Blau, Gelb und Schwarz auf Gips“

Hier zuerst ein Teilausschnitt bei frontaler Betrachtungsweise.
Es dominiert das Blau:

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Jetzt der Blick von links. Hier wirkt die Arbeit fast rein gelb:

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Ein größerer Ausschnitt von vorne:

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Der Blick auf das Objekt von der rechten Seite ist überwiegend von der schwarzen Lackierung dominiert:

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Nun noch einmal ein Blick frontal unten, der besonders schön gleichzeitig die verschiedenen Lackierungen zeigt:

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Klammerschwung

Derzeit packt mich die Lust, nach Gipsbinden und Pappmaché einmal wieder reine Klammerobjekte zu machen. Hierbei interessiert mich ganz besonders die Frage, ob und wie ich den Arbeiten Bewegung geben kann. Damit meine ich natürlich nicht, dass sich die Arbeiten selber bewegen (obwohl mich auch das reizen würde), sondern wie durch die Anbringung der Klammern einen Ausdruck erreichen kann, der vermittelt, dass es sich um einen Schnappschuss handelt, der praktisch den Moment einer Bewegung festhält.

Hierzu experimentiere ich mit Klammeranhäufungen, bei denen die Klammern überwiegend in die gleiche Richtung zeigen:

20140513_162450

Nachdem ich die Klammern so erstmal nur auf die Leinwand geschüttet und dann ausgerichtet habe beginnt die Fleissarbeit, die Klammern auf dem Keilrahmen zu befestigen. Hierbei gilt es, die Klebstellen weitestgehend nicht sichtbar werden zu lassen.
20140612_222057 Mein wichtigstes Handwerkzeug sind dafür die Kopflupe und die Spritze, die ich mit Holzleim befülle, der sich am besten für diese Aufgabe eignet. Manchmal verwende ich auch den transparenten Bastelkleber. Dies allerdings meist bei Objekten, bei denen ich kleinere Klammern verwende. Zur Positionierung benutze ich neben meinen Fingern verschiedene Pinzetten (ich habe da ein Arztbesteck) sowie einen profanen Zahnstocher.

 

Nach der Befestigung der Klammern geht es an das Lackieren. Ich verwende ich stark deckende Acryllacksprays, z.T. auich Alkydharzlacke, wie sie in der Autoindustrie zum Einsatz kommen. Ich entschließe mich zu einem Basisgrundierung in Braun, die ich dann im Detail dann mit Gelb und Schwarz ergänze. Den Schwarm, die inneren, gleich ausgerichteten Klammern dieser Installation, will ich farblich stark davon absetzen und entscheide mich, ihn weiß zu lackieren. Im Ergebnis sieht die Arbeit dann so aus:

20140520_155850 20140520_155820 20140520_160038

 

Im Liegen.

Bisher habe ich für meine Objekte meist senkrecht auf der Leinwand stehende Klammern verwendet, abgesehen von den Arbeiten, wo ich Klammern pur auf der Leinand verarbeitete, wie bei den „gegoogelten“ Werken.

Jetzt kam bei mir der Wunsch auf, die Holzwäscheklammern einmal in eine andere Form zu bringen. Ich fragte mich, wie es wirken würde, wenn ich mehrere Klammern in eine Art liegende Formation bringen würde. Ich war mir nicht sicher, ob die Wirkung nicht zu streng sein würde. Natürlich kommt es dabei auf die Farbe an, die man für die Lackierung wählt.

Ich entschied mich dafür, dies einmal an einem länglichen Keilrahmen auszuprobieren.Nachdem ich die Klammern nebeneinander liegend in einer rechteckigen Gesamtform auf der Leinwand fixiert hatte, entschloss ich mich doch dazu sie in einem Rahmen von Gipsbinden einzubetten, um die formalistische Strenge der rechteckigen Klammerform aufzubrechen, _20131119_100456dadurch dass ich die Gipsbinden stark konturierte und durch kleine Windungen und Biegungen aufbrach.

Ich kam zur Überzeugung, die Längsfaltungen der Gipsbinden auch unterhalb der Klammerformation fortzusetzen um so einen einheitlicheren Eindruck herzustellen._20131116_130744 Dafür überlagerte ich entsprechend die querliegenden Gipsbinden, _20131119_100433ließ aber den Blick auf diese unterliegende Struktur frei, um dadurch Spannung aufzubauen in Kontrast zu der ruhigen Klammerformation und um Tiefenwirkung zu erzeugen.

Ich war mir früh darüber im klaren, dass ich die Klammerformation schwarz würde lackieren wollen. Jedoch entschied ich mich dazu, vorher bestimmte Stellen vorher orangefarben zu lackieren, um sie später etwas  tiefgründiger wirken zu lassen. Dies jedoch erst, nachdem ich erst schwarzen und dann weißen Lack eingesetzt hatte. Speziell der weiße Lack erzeugte an der „Tröpfchen-Seite“ der Gipsbinden eine eine pixelige, unruhige 20131126_144712Struktur an den Kantenspitzen, in den „Talmulden“ eher ein ebenmäßigeres Muster, welches die Gewebestruktur betont. Die weißen Spitzen der Auffaltungen des Gipsmaterials sind es dann auch, die dieser Arbeit im Kontrast zum ruhigen schwarzen Mittelteil den Charakter geben. 20131126_144550 20131126_144543

Mehr Farben.

Bild

Die Konturen, die sich kurz vor dem Durchhärten der – ja sonst total schlaffen – Gipsbinden formen lassen, bieten mir einfach neue Möglichkeiten.
Bisher habe ich fast immer nur mit einer Farbe lackiert, weil ich die Ruhe geschätzt habe, die die Arbeiten hinterher ausgestrahlt haben.
Nun ergibt sich durch die Konturierung für mich die Chance Objekte von zwei Seiten aus unterschiedlich zu lackieren. Dies ist mit Lackspray nicht 100%ig klar trennbar und das ist ein gewünschter Effekt. An den Konturkanten, den Furchen, ja, den Gebirgszügen, die sich durch die stark ausgeformten Gipsbinden ergeben, ergeben sich spannende Farbüberlappungen. Die Kontraste werden verstärkt duch die natürlichen Hell-Dunkel-Phasen, die ganz natürlich duch den Lichteinfall entstehen. Oder natürlich, immer wieder gerne von mir eingesetzt, durch Punktstrahler hervorgehoben werden.20130808_145557

Das Zusammenspiel von unterschiedlichen Farben lässt auch die Körnerseite der Gipsbinden stärker hervortreten.
Gipsbinden bestehen aus zwei verschiedenen Seiten, was wahrscheinlich mit dem Herstellungsprozess zu tun hat. CIMG4334-AusschnittDie Stoffbahnen werden, so nehme ich an, durch eine Gipslake gezogen und bilden beim Erhärten dann auf der einen Seite kleine Tropfen an dem Gewebe, während die andere Seite relativ glatt ist.
Grundsätzlich lassen sich beide Seiten lackieren, aber der feuchtigkeitssaugende Effekt des Materials ist an der glatten Seite stärker. Bei der Oberfläche mit den Minihügeln ist die Absoption nicht ganz so ausgeprägt.20130910_182229-Ausschnitt Hier ist das Ergebnis einer Lackierung auch deswegen besonders schön, weil sich durch die Tropfenform auch eine schöne Lichtbrechung ergibt. Dies natürlich nur bei Lackierung mit Glanzfarben und hinterher mit Klarlack.
Es erstaunt mich immer wieder, wie viele Lackierungsvorgänge erforderlich sind, bevor der Saugeffekt des Gipses überwunden ist und – zumindest stellenweise – das Material zu glänzen beginnt. Auf der anderen Seite bin ich dankbar dafür, dass die Lackierung nicht zu einem völlig einheitlichen Ergebnis führt. _20131001_155625Die Feuchtigkeits- und eben auch Lackabsorption ist von Millimeter zu Millimeter unterschiedlich: Die Glanz- und Mattflächen sind so verteilt, dass die Wirkung des umwickelten Keilrahmens im Detail bei Licht nicht flächig, langweilig wirkt, sondern eher abwechslungsreich, lebendig wirkt.

Tiefenstruktur.

Eine Entdeckung mit Konsequenzen.
Wenn ich mit Gipsbinden arbeite, kommt immer irgendwann der Arbeitsschritt, bei dem ich den mit Gipsbinden umwickelten Leinwand-Keilrahmen lackiere. Hier für verwende ich einen Spray mit Alkydharzlack, der auch zum Lackieren von Autos verwendet wird und eine gute Deckkraft besitzt.
Beim Lackieren von Arbeiten mit Gipsbinden stellte ich nun vor einiger Zeit fest, dass sich beim Lackieren eine schöne Hell-dunkel- Struktur ausbildet, wenn ich nicht frontal, sondern von der Seite her lackiere. Dieser Effekt war umso stärker, wenn die Gipsbinden stärker konturiert waren.
Eine starke Konturierung ist nun nicht das eigentlich Kennzeichen dieses Materials. Gipsbinden sind ja – wie Mullbinden oder auch Toilettenpapierrollen – einfach aufgewickelt, müssen dann im Wasser getränkt und dann zum Einwickeln benutzt werden.
Beim Schienen von Brüchen etc. wird das Material immer wieder um das zu fixierende Körperteil herumgeführt und wird dann nach dem Aushärten zu einer festen Gipsverband, der dann z.B. den gebrochenen Arm fixiert. Gipsbinden sind nach dem Nässen total „wabbelig“ und legen sich normalerweise – wegen ihres durch Wasser getränkten Eigengewichtes -einfach platt auf die damit bedeckte Oberfläche. Mit der Zeit habe ich dann aber festfestellt, dass sie in der entscheidenden halben Minute, bevor sie erhärten, gut formbar sind. CIMG0032Und diese Erkenntnis habe ich mir jetzt dafür zunutze gemacht, sie nach dem Umwickeln des Keilrahmens wesentlich stärker plastisch auszuformen. Das ist dann wegen des kurzen Moments der Formbarkeit etwas hektisch, aber vom Ergebnis her absolut lohnenswert.

Mit dieser Bearbeitung bekommt die Gipsbindenoberfläche eine Form, die es erlaubt, sofern das bei dem Objekt vorgesehen ist, durch unterschiedliche Lackierung von links und rechts unterschiedliche Farbeffekte hervorzurufen. Den so gestalteten Arbeiten gibt dies eine neue Tiefenstruktur, die die Wirkung der Wäscheklammern stärker in den Hintergrund treten lässt.20130709_13400220130709_151537-N20130709_151434-N

Zurück zu Pappmaché.

Das Material ist einfach toll. Auch, wenn es wirklich lange zum Trocknen braucht.
Dennoch habe ich mich nach langer Zeit einmal wieder dazu durchgerungen, etwas mit Pappmaché herzustellen.
Nun hatte ich ja schon im Winter einige Fernsehabende damit zugebracht, Zeitungen in kleine Schnipsel zu reißen und ein großer Eimer mit diesen Schnipseln steht die ganze Zeit im Atelier herumCIMG3487 und wartet darauf, dass ich etwas mit ihm mache.

Als ich vor mehr als einem Jahr zum letzten Mal etwas mit Pappmaché gemacht habe, hatte ich die Zeitungsteilchen mit der Bohrmaschine und einem breiten Bohraufsatz noch kleiner gemacht. Dieses Mal entscheide ich mich dafür, die Teile weitestgehend unverändert zu lassen, so dass noch erkennbar ist, dass es sich um Zeitungsreste handelt.

Ich erstelle zwei verschiedene Objekte dieses Mal. Das Trocknen der beiden Arbeiten zieht sich wie immer mehrere Wiochen hin. Ich nehme sie mit nach Hause und stelle sie in den Keller, der aufgrund des schlechten Wetters im Mai (bester Facebook-Betrag dazu: „Der kleine November möchte aus dem mai abgeholt werden!“) noch geheizt ist, und drehe die Heizung voll auf.

Ein kleines Teil ist aufgrund des – eben kleineren Volumens – schneller fertig.
Ich entschließe mich dazu, es schwarz zu lackieren. Nachdem ich es mehrfach schwarz und transparent lackiert habe, hat das Papier eine glänzende Oberfläche bekommen und fühlt sich aufgrund der Festigkeit überhaupt nicht mehr nach Papier an. Ein ganz tolles Fingererlebnis. 20130528_165551
Ich entschließe mich dazu, in die vier Aussparungen für die Klammern pinkfarbene Holzwäscheklammern einzufügen, weil der Kontrast zu dem schwarzen Pappmaché und dem weißen Keilrahmen (den ich am Rand weiß lasse), besser herauskommt.

20130528_181722-Ausschnitt