Platz da!

Mit welchen Materialien will ich arbeiten?
Die Wäscheklammern fand ich richtig toll. Sie sind so dreidimensional und sooo viele Künstler mit solchen „Zutaten“ kenne ich nicht. Und dann möchte ich meinen Buchinger-Traum verwirklichen: Mit Pappmaché arbeiten. Aber erst kommt die Arbeit vor dem Vergnügen. Die Werkstatt, die Rumpelkammer. Und diese Hürde hab ich heute bewältigt:

Hurrey, der Platz ist da!
Die gruselige Werkstatt, unaufgeräumt und ein ewiger Ort von „Mach endlich was mit mir!“ ist bis auf das Regal mit dem Werkzeug freigeräumt! Plötzlich spüre ich eine unendliche Energie und alles flutscht nur so. Und im Nu entsteht richtig viel Platz (naja, halt so viel Platz, wie in einer kleinen Werkstatt möglich ist 😉 ). Und jetzt geht es los!

Nun schau ich mir erst einmal an, wo ich schöne Holzwäscheklammern herbekomme und wie man Pappmaché am besten herstellt.

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The Afternoon after.

Ich will etwas mit Pappmaché machen. Und noch einmal mit Holz.

Aber im Atelier ist kein Tapetenkleister und ich habe gar nicht daran gedacht, dass Pappmaché für die Endverarbeitung erst gaaaanz lange trocknen muss. Da empfiehlt mir die Kunsttherapeutin Gipsbinden. Gipsbinden? Da wäre ich nie drauf gekommen. Interessant. Ich nehme mir zwei Buchstützen und beginne mit dem Schweinkram. Gipsbinden muss man immer einweichen und dann verarbeiten und dabei kleckern die immer so nett vor sich hin. Ich wollte aber noch weitere Holzelemente auf die Gipsbinden tun. Und da fallen miir die Wäscheklammern wieder ein. Und dann geht es ab. Zum Schluss noch etwas Farbe.

Das Ergebnis finde ich nur mittelprächtig.

Aber das spielt keine Rolle. Denn mein Entschluss steht fest: DAS sind meine Materialien! Wäscheklammern, Gipsbinden und -wenn auch noch nicht ausprobiert – Pappmaché!

Ich bin wild entschlossen, zu Hause den Keller (den Werkstattraum) frei zu räumen, um Platz für kreative Arbeit zu schaffen!

6.12.2011: Es geht los.

„Kommen Sie her!“, sagt sie. „Schauen Sie sich um! Welche Materialien sprechen Sie an?“ Das Atelier einer Künstlerin am Bodensee. Ein Workshop in ihrem Atelier. Am Tisch sitzen eine Frau und drei Männer und arbeiten mit Ton. Die Frau macht interessante afrikanische Masken. Ein Mann modelliert eine Badewanne mit drinsitzendem Mann. Beeindruckend.

Das ist aber alles nicht mein Ding. Ich will zwar auch etwas Gegenständliches, Drei-Dimensionales machen, aber mit anderen Materialien und beginne in den unzähligen Kisten zu kramen. Entdecke bemalte Holzstücke, Wäscheklammern, einen Farbeimerdeckel, der zum Anmischen von Farben verwendet worden war, Verpackungsmaterial aus Pappe und schließlich Maschendraht. Es geht wie von selbst. Es begeistert mich. Irgendwie bin ich viel zu schnell fertig. Aber glücklich. Nenne das Ding „Liverpool FC“, weil auf dem Propeller „LFC“ steht.

Und zeige es der Frau, die es auch gut findet. Und es im „Aufenthalts-Salon“ meiner „Herberge“ ausstellt, worauf ich natürlich sehr stolz bin.

Die Nacht kann ich nicht schlafen. Ich bin so angefressen, so aufgewühlt von dieser Erfahrung. Ich will, MUSS weitermachen!